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SPD-Fraktion im Märkischen Kreis.

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Medizinische Versorgung / Digitale Diagnostik :

Kreistagsfraktion

Auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion beschäftigte sich der Ausschuss für Gesundheit und Soziales in seiner Sitzung am 17. November 2016 mit dem Thema Medizinische Versorgung / Digitale Diagnostik.

Nach Ansicht der Sozialdemokraten wird die Digitalisierung in der medizinischen Versorgung in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die SPD-Kreistagsfraktion hatte daher einige Fragen zu dem Thema gestellt, die von der Verwaltung wie folgt beantwortet wurden:

 

1. Gibt es zu dem Thema der Digitalisierung von Arbeitsprozessen im Gesundheitswesen bereits eine Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen für den Märkischen Kreis?

 

Die Digitalisierung kommt seit mehreren Jahren in radiologischen Arbeitsprozessen zum Einsatz.

So können Röntgenbefunde über Ferndiagnosen erstellt werden. Die Erstellung eines Röntgenbildes und eine Diagnose durch entsprechende Experten können räumlich getrennt voneinander erfolgen. Erforderlich ist eine Zulassung für Teleradiologie, die an einigen Krankenhäusern besteht.

 

Derzeit sind keine weiteren konkreten Projekte oder Vorhaben bei der Digitalisierung von Arbeitsprozessen in der Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern im Märkischen Kreis und Forschungseinrichtungen bekannt.

 

 

2. In welcher Form ist auch die ambulante medizinische Versorgung eingebunden?

 

Im Dezember 2015 hat der Bundestag das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (eHealth-Gesetz)“ verabschiedet, welches Anfang 2016 in Kraft getreten ist. Damit wurde ein Rahmen für nutzerorientierte telemedizinische Anwendungen vorgegeben. Nordrhein-Westfalen stellt hierzu eine Testregion dar, die als wesentliches Element auch die ambulante medizinische Versorgung umfasst.

 

Entscheidend ist die digitale Vernetzung aller Akteure. Neben den niedergelassenen Arztpraxen und Krankenhäusern sind Apotheken sowie weitere Gesundheitsberufe einzubinden. Als zentrale Technik wirkt die elektronische Gesundheitskarte. Mit deren Hilfe soll eine verbesserte Patientenversorgung durch eine bessere Abstimmung der Behandlungen und Abläufe erreicht werden. Allerdings sind Fragen zur Patiententeilhabe, Zugriffsrechte auf die Daten und Vergütungsregelungen zu klären. Bis zum Jahr 2018 haben Patienten Anspruch auf einen digitalen Medikationsplan. Dies wird vor allem für ältere Menschen als Vorteil gesehen. Daneben lassen sich medizinische Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte ablegen.

 

Weitere Vorhaben beziehen sich auf elektronische Arztbriefe und eine digitale Patientenakte auf der Gesundheitskarte. Hierfür sollen nach dem eHealth-Gesetz ebenfalls bis zum Jahr 2018 die Voraussetzungen geschaffen werden.

 

 

3. Können die Fachhochschule Südwestfalen mit dem Bereich Medizintechnik oder auch die Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft bei der GWS hier Unterstützung liefern?

 

Die Fachhochschule Südwestfalen ist in ihren Forschungsvorhaben auf unterschiedliche technische Bereiche ausgerichtet. Insbesondere zählen hierzu innovative Medizinprodukte. Dazu ist sie mit verschiedenen lokalen Unternehmen vernetzt. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Sensortechnik. In der Bio-Sensorik wird über die Diagnostik bzw. Überwachung von Vitalparametern (z.B. Blutdruck, Zuckerspiegel) geforscht. Daneben sind Sensoren auch bei Implantaten von Bedeutung. Einsatzgebiet kann die Sturzprophylaxe sein, welche auch für die pflegerische Versorgung Bedeutung hat. Die Fachhochschule zeigt sich offen für Entwicklungen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren.

 

Bei der GWS des Märkischen Kreises ist die Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen angesiedelt. Fragen der medizinischen und Versorgung werden in Abstimmung miteinander bearbeitet. Da in der Initiative auch die übrigen Landkreise Südwestfalens miteinander vernetzt sind, können Entwicklungen und Projekte gemeinsam erörtert werden.

 

 

4. Ist ein Projekt wie die Einführung einer digitalen Diagnostik im Märkischen Kreis denkbar?

 

Ein Projekt zur digitalen Diagnostik ist auch für den Märkischen Kreis vorstellbar. Derzeit wir die Bewerbung für die REGIONALE 2022 und 2025 durch die Südwestfalen AG vorbereitet. Ein Bestandteil ist das Thema Gesundheit. Die Beschreibung stellt auf Prozess- und Kooperationsoptimierungen zwischen Akteuren der Gesundheitswirtschaft (z.B. Krankenhäuser, Pflegedienste, Apotheken) und die Gesundheitsversorgung unter Nutzung der Digitalisierung zur Überbrückung von Distanzen (inhaltlich und räumlich) ab. An der Vorbereitung sind, neben dem Märkischen Kreis, die übrigen Landkreise in Südwestfalen, die Wirtschaftsförderungen, die Südwestfalen Agentur, der Krankenhauszweckverband Südwestfalen, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Zentrum für Telematik und Telemedizin Bochum (ZTG) und weitere Vertreter beteiligt.

 

Es bestehen eine Reihe von Vorschlägen, die der Digitalisierung Vorschub leisten können. Nachgedacht wird über ein „Ersthelfernetzwerk“, welches über eine Smartphone-App in der notärztlichen Versorgungskette für eine noch schnellere Versorgung betroffener Patienten von Bedeutung sein kann.

 

Unter dem Begriff „Krankenhaus 4.0“ ist eine Veränderung in der Arbeit der stationären Versorgung zu verstehen und meint eine Leistungs- und Prozessoptimierung in den Krankenhäusern Südwestfalens. Die Zukunft der hausärztlichen und pflegerischen Versorgung sieht eine digitale Sprechstunde in der Arztpraxis oder eine digitale Visite im Pflegeheim vor. Als Leittechnologie gilt hier die Videokonferenz. Diese Technik ist bereits vorhanden und im großen Umfang z.B. über Smartphones oder Notebooks verfügbar. „Skype im Pflegeheim“ wird derzeit in der Stadt Bünde als Projekt betrieben. Über ein Telemonitoring lassen sich medizinisch relevante Werte überwachen. Dazu passt, dass eine Video-Visite für niedergelassene Ärzte im Jahr 2017 abrechnungsfähig sein wird.

 

Bei allen Ideen steht eine flächendeckende Verbreitung im Fokus. Unabhängig von dem Erfolg einer REGIONALE-Bewerbung ist zu überlegen, wie die Digitalisierungsprozesse umzusetzen sind. Entscheidend ist dabei, Akzeptanz bei den Akteuren zu erreichen. Die Basis- Technik steht in vielen Fällen zur Verfügung, sie muss nur genutzt werden. Die Verwaltung des Märkischen Kreises sollte diesen Prozess im Rahmen ihrer Möglichkeiten begleiten und ggf. moderieren.

 

 

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