Wasserstoff – Energieversorgung – E-Mobilität – Datenautobahn – neue Branchen und Technologien: ...

Veröffentlicht am 26.07.2024 in Allgemein

Wasserstoff – Energieversorgung – E-Mobilität – Datenautobahn – neue Branchen und Technologien: Wie fit ist der Märkische Kreis für die Transformation?

Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr am 25.09.2024

 

Die SPD-Kreistagsfraktion bittet um die Aufnahme des im Betreff genannten Tagesordnungspunktes für die o.g. Sitzung und beantragt die Beantwortung nachstehender Anfrage in der Sitzung:

 

Wie kaum ein anderer Landkreis in Nordrhein-Westfalen ist der Märkische Kreis das Zuhause für viele Arbeitsplätze in Industrie und Gewerbe. Dies hat eine lange Tradition. Schon bevor das Ruhrgebiet industrialisiert wurde, standen hier in den Tälern an Bächen und Flüssen Schmieden, die Metallverarbeitung wird hier seit vielen Jahrhunderten ausgeübt. Expertinnen und Experten zufolge befinden wir uns mitten in der vierten industriellen Revolution. Die Vernetzung von Maschine und Mensch über die Betriebsstätten hinaus ist hierfür ein besonderes Merkmal, aber auch der Einsatz von sogenannter künstlicher Intelligenz soll ein Zeugnis dieser Zeit sein. Gleichzeitig erleben wir einen großen Wandel in der Automobilindustrie mit erheblichen Folgen für das Autoland Deutschland und damit auch für die Automobilzulieferer-Region Märkischer Kreis. Eine Vielzahl heimischer Betriebe liefert Teile für den Verbrennungsmotor, der ab 2035 nach aktuellem Stand in Europa nicht mehr in einem für Europa zugelassenen Personenkraftwagen verbaut werden darf. Gleichzeitig gehen Fachleute davon aus, dass das Volumen an Autos, die in Deutschland und Europa in Zukunft gefertigt werden, nicht mehr die Ausmaße der Vor-Corona-Zeit erreichen wird. Für Autos, die in Asien oder Amerika hergestellt werden, verlangen die Hersteller schon lange, dass die Zulieferteile zunehmend aus der eigenen Region kommen. Es ist also davon auszugehen, dass die heimischen Unternehmen in der Automobilbranche weniger zu tun haben werden mit erheblichen Gefahren für die dort beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

 

Unser gemeinsames Ziel ist es, die Industrieregion im Grünen zu einer grünen Industrieregion wachsen zu lassen. Dazu gehört auch ein Wandel bei der Versorgung mit Energie. Ganz besonders in den Tallagen und hier im Besonderen im gesamten Lennetal wird noch heute in nicht unerheblichem Umfang Gas genutzt, um in Ofenanlagen für die nötige Hitze zu sorgen. Selbst dort, wo vornehmlich Elektroöfen diese Aufgaben übernommen haben, wird Gas in der Vor- und Nachbearbeitung genutzt. Um die Klimaziele zu erreichen, soll die Versorgung mit Gas durch sauberen Strom oder grünen Wasserstoff ersetzt werden, wo dies möglich ist.

 

Es gibt also viel zu tun. Unbestrittenes gemeinsames Ziel ist es, unsere DNA – Industrieregion im Grünen – auch für die kommenden Generationen zu erhalten und im besten Falle auszubauen. Im Sommer hat der Kreistag die Verwaltung beauftragt, eine Wasserstoff-Strategie für unsere Region zu entwickeln. Ergänzend zu diesem Vorhaben möchten wir in Erfahrung bringen, welche Überlegungen die Verwaltung in den folgenden Punkten anstellt beziehungsweise wie die Verwaltung auf die geschilderten Sachverhalte blickt:

 

  1. Wie bewertet die Kreisverwaltung die Herausforderungen für die heimische Automobilzulieferindustrie im Kontext zu den vorangestellten Beobachtungen? Welche Anstrengungen sollten Politik, Verwaltung und Wirtschaftsförderung unternehmen, um insbesondere KMU dabei zu unterstützen, sich für andere Branchen zu öffnen – insbesondere dort, wo keine eigene Forschung und Entwicklung vorhanden ist oder weit über 90 Prozent der produzierten Güter für die Autobranche gefertigt werden? Wo gelingt dies bereits gut?
  2. In anderen Regionen Deutschlands werden neue Industrien und Technologien angesiedelt oder der Strukturwandel (Braunkohlereviere) mit erheblichen Förderprogrammen unterstützt. Hält die Kreisverwaltung ähnliche Programme zur Unterstützung unseres Strukturwandels für notwendig?
  3. Ist der Kreisverwaltung bekannt, wie hoch der Strombedarf, der durch den Wechsel von Gasversorgung auf Energieversorgung in Fertigungsprozessen steigen könnte, sich in den kommenden Jahren entwickeln wird? Ist die Energieversorgung (bezogen sowohl auf die Netzinfrastruktur als auch auf die vorhandene Strommenge) insbesondere im Lennetal ausreichend für die notwendige Umrüstung? Wie steht der Märkische Kreis zu einer Überlegung, gemeinsam mit Städten, Gemeinden und kommunalen Energieversorgern hier verstärkt für die Absicherung der Energiesicherheit selbst als Akteur einzutreten? Gibt es Beispiele im Märkischen Kreis, wo Unternehmen alleine oder auch im Verbund mit Energieversorgern sich hier auf den Weg machen?
  4. Ist dem Märkischen Kreis bekannt, in welcher Form private und öffentliche Akteure derzeit planen, dezentrale Strukturen für die Wasserstoffversorgung zu organisieren? Ist der Kreisverwaltung bekannt, wann der Märkische Kreis an eine mögliche zentrale Versorgung mit Wasserstoff durch Pipelines angebunden sein könnte?

Was ist ein Kreistag?

Antwort

Fraktion / Partei – Was ist der Unterschied?

Antwort

Wie arbeitet eine Fraktion?

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Hier waren schon ...

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